Wir haben uns den gestern veröffentlichte Entwurf des Koalitionsvertrages einmal genauer angeschaut und die angedeuteten Maßnahmen zur E-Mobilität haben sich bestätigt. Im Wesentlichen sollen Kaufprämien für elektrische Taxis und leichte Nutzfahrzeuge erhöht warden. Für gewerblich genutzte Elektrofahrzeuge wird zudem eine auf fünf Jahre befristete Sonderabschreibung für Abnutzung (AfA) von 50 Prozent im Jahr der Anschaffung eingeführt. Erfreulich auch die Investitionen in eine flächendeckenden Lade- und Tankinfrastruktur, die bis 2020 mindestens 100.000 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zusätzlich verfügbar machen soll, wovon mindestens ein Drittel Schnellladesäulen (DC) sein sollen. Auch die Errichtung von privaten Ladesäulen soll gefördert und erleichtert werden.

In anderen Punkten bleiben Merkel und Co. eher vage, so wollen sie erreichen, dass Länder, Städte und Kommunen künftig in der Lage sind „verbindliche Vorgaben und Emissionsgrenzwerte für den gewerblichen Personenverkehr wie Busse, Taxen, Mietwagen und Carsharing-Fahrzeuge sowie für Kurier, Express-, Paket-Fahrzeuge erlassen“ zu können. Ein interessanter Ansatz, da dies Kommunen erlaubt zu entscheiden was zukünftig auf deren Straßen rollt – zum Beispiel nur noch E-Taxen!

Die Notwendigkeit der Etablierung einer Batteriezelllfertigung am Standort Deutschland wurde derweil auch als wichtiges wirtschafts- und industriepolitisches Handlungsfeld erkannt um die Zukunftsmobilität umzugestalten. Diese soll auch durch Investitionen in die Batterieforschung unterstützt werden.

Die Verkehrswende in Deutschland soll derweil von einer neuen Kommission begleitet werden. Diese wurde mit der sehr wolkig gehaltenen Aufgabe beschrieben bis Anfang 2019 eine Strategie für die „Zukunft der bezahlbaren und nachhaltigen Mobilität“ zu erarbeiten – „mit verlässlicher Zeitschiene“. Hoffen wir mal, dass die Zeitschiene dann in echte Zahlen umgesetzt wird, denn die letzte GroKo hatte es mit der Verkehrswende ja nicht so eilig.